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Kreuznachtillon

Gregorian Markt

ANTITERROREINSATZ IN SCHÖNEBERG

Eine großangelegte Undercoveraktion am vergangenen Wochenende vermeldet die Polizei. Ziel sei eine Zusammenrottung bewaffneter Haufen in Schöneberg gewesen. Hierzu Christian Kirchner, der neu ernannte Leiter der Polizei Bad Kreuznach: „Schon seit Jahren erhalten wir Hinweise auf mögliche Waffenrechtsverstöße in dem Hunsrückdorf, jeweils am letzten Juliwochenende. Einer eigens dafür gegründeten Soko ist es nun gelungen, verdeckte Ermittler dort einzuschleusen.“

Mit dem Ergebnis der Aktion zeigt sich Kirchner zufrieden. Man sei noch bei der Auswertung der Erkenntnisse, könne aber bereits sagen, dass sich in Schöneberg wohl mehrere hundert Personen beiderlei Geschlechts trafen, um unter Verstoß gegen das Vermummungsgebot in der Öffentlichkeit Hieb- und Stichwaffen zu führen. Auf Festnahmen habe man leider verzichten müssen. Einerseits sei mit Widerstand der Bevölkerung zu rechnen gewesen, die das Treiben sogar noch durch großzügige Bewirtung unterstützt habe. Zum anderen sei die Polizeiausbildung im Schwertkampf von seiner Vorgängerin stark vernachlässigt worden. Um die Beamten nicht zu gefährden, habe der Einsatz sich darum auf reine Observation beschränkt.

Nicht ohne Stolz berichtet Kirchner von einem weiteren Detail: „Die Zusammenrottung findet unter dem Namen ‚Gregorian Markt‘ statt.“ Dass diese vertrauliche Information überhaupt erlangt werden konnte, belege den Erfolg der Aktion. „Unsere Soko weiß nun endlich, unter welchem Begriff sie künftig googeln muss“, frohlockt der Polizeichef. Bis zum nächsten Jahr wolle man die Tarnung der Agenten verbessern. „Meine Beamten waren absolut nicht als Polizisten zu erkennen, sondern mit Jeans, schwarzer Lederjacke und Sonnenbrille bewusst unauffällig gekleidet. Trotzdem wurden sie relativ schnell als Nicht-Zugehörige erkannt.“ Problematisch sei auch gewesen, dass Informationen aus erster Hand nur nach dem Konsum größerer Mengen Met preisgegeben wurden. „Es wird uns daher wohl nie gelingen, die geheimen Mitschriften der eingesetzten Beamten zu entziffern.“

Und dann war da noch die Sache mit dem Amboss. Kirchner ist nach wie vor erschüttert, wenn er darüber berichtet. „Sie müssen wissen, dass Antiquitäten laut Polizeihandbuch als hervorragende Verstecke für Abhörwanzen gelten. Der alte Plunder steht meistens nur sinnlos herum, keiner beachtet ihn. Einmal verwanzt merkt das fast nie jemand„, plaudert Kirchner aus dem Nähkästchen polizeilicher Überwachungsmaßnahmen. „Für uns war es darum ein großer Erfolg, als es einem unserer Agenten gelungen ist, eine Wanze auf einem Amboss zu platzieren. Aber die Gesetzlosen haben umgehend mit einem Hammer auf den Amboss eingeschlagen. Unsere gesamte Abhörkompanie liegt mit Tinnitus im Krankenhaus. Am Ende erwischte es die Wanze selbst. Die haben unseren Lauschangriff also ganz gezielt abgewehrt.

Für Kirchner indiziert dieser Vorfall die Gefährlichkeit der Gruppierung. „Die sind speziell geschult, möglicherweise in Terrorcamps. Ich finde das zudem äußerst unfair. Wissen Sie, es geht nicht um die konkrete Abhörwanze. Allein in meinem Zuständigkeitsbereich hat die Polizei hunderte solcher Dinger versteckt. Wir haben längst den Überblick verloren und wissen sowieso nicht mehr, wen wir eigentlich wann abhören. Aber wo bleibt denn die Waffengleichheit, wenn jemand gleich mit einem Hammer gegen unsere Abhörwanzen vorgeht?“

Von einer akuten Bedrohung will der Polizeichef dennoch nicht sprechen. „Diese seltsamen Typen in Schöneberg sind am Sonntagabend völlig friedlich wieder abgezogen. Der Sinn des Treffens konnte letztlich nicht ermittelt werden. Wir werden die Beobachtung nächstes Jahr intensivieren.“

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