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Kreuznachtillon

Monarchie

MONARCHISTISCHE KOMMUNALREFORM GESCHEITERT

Während in Neustadt a.d.W. noch Blumen an die neue Deutsche Weinkönigin verteilt wurden, traf sich hinter den Kulissen bereits die Politprominenz, um eifrig über das Phänomen Königinnenwahl zu diskutieren. Irgendwie wollte es niemandem so recht einleuchten, weshalb gewählte Königinnen so viel populärer sind als gewählte Politiker. Julia Klöckner, erfahren in beiden Ämtern, brachte es auf den Punkt: „Als Königin gab‘s ständig was ins Glas, als Politikerin nur noch auf die Fresse.“

Ihr pflichtete die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin bei: „Die Frauenquote bei der Königinnenwahl ist wesentlich höher als die in der Politik. Das finde ich ideologisch viel besser.“ Dem Vernehmen nach war es dann Malu Dreyer, die zaghaft einen Vorstoß wagte: „Sollten wir die schwierige Neustrukturierung der Verbandsgemeinden und Landkreise nicht einfach abhaken und statt dessen Weinmonarchien einführen?“ Sofort waren alle Feuer und Flamme für diese Idee. Binnen weniger Gläser Wein war die Karte von Rheinland-Pfalz neu gegliedert. Wo es bereits Weinbaugebiete gibt, sollen künftig die lokalen Weinköniginnen regieren. Für den Hunsrück soll das Amt einer Waldkönigin neu eingeführt, in der Eifel wegen des Gender-Gedankens der Posten des Basaltkönigs geschaffen werden. Im Westerwald musste die Ministerpräsidentin noch einen Parteisoldaten versorgen und schlug deshalb für diese Region einen Heringkönig vor.

Das hätte sie besser nicht getan, denn umgehend dämmerte den Politspitzen die Konsequenz ihres Plans: „Wer braucht eigentlich noch Parteien, wenn überall Majestäten regieren?“, fragten sie sich unisono. Dann zerrissen sie klammheimlich die neue Rheinland-Pfalz-Karte und stellten sich brav an, um Katharina Staab zur gewonnen Wahl zu gratulieren.

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