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Wein

Weinkritik

Kritik an der Weinkritik

Der Irrtum aller modernen Weinkritik ist ihr Versuch, den Wein einfach, zugleich aber allgemeingültig zu erklären. Was dabei herauskommt, sind Begleitvorschläge zum Essen, als sei der Wein nur ein Accessoir der Nahrungsaufnahme.

„Dieser Wein passt zu Wiener Schnitzel“ – derartiges kann man auf Flaschen lesen als Empfehlung an Konsumenten, die das Wiener Schnitzel nicht vom Schnitzel Wiener Art zu unterscheiden wissen. Schnitzel also, das soll der Schlüssel zum Verständnis eines Weines sein. Die Beilagen sind scheinbar egal, die Tageszeit, zu welcher man es isst, ebenso. Ganz nebenher wird auch noch suggeriert, besagtes Schnitzel schmecke allerorten stets gleich. Eine recht abschätzige Vorstellung von der Kochkunst in deutschen Landen, dennoch gerne in Kauf genommen, um den Kunden einen Wein schmackhaft zu machen. 

Es ist an der Zeit, den Weintrinker endlich aus seiner Unmündigkeit befreien. Ob, wann und wozu ein Wein schmeckt, weiß man eben erst, wenn man es probiert hat. Das schließt Risiken ein, sich falsch zu entscheiden. Aber ist dieses Risiko größer als jenes, einfach den Etikettenangaben zu vertrauen?

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