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KREUZNACHER OB WECHSELT ZU RUSSISCHEM KONZERN

Paukenschlag in der Kreuznacher Kommunalpolitik: Oberbürgermeisterin Dr. Kaster-Meurer wechselt in die freie Wirtschaft. Wie soeben bekannt wurde, übernimmt sie ab dem 1. November den Aufsichtsratsvorsitz beim russischen Staatskonzern Ofneft. Damit endet eine geschickte Desinformationskampagne, denn über ein Jahr lang hatte die OB Gerüchte streuen lassen, sie werde in die Landespolitik wechseln. Zuletzt noch am vergangenen Wochenende war ein Staatsskretärsposten im Gesundheitsministerium heiß diskutiert worden.

Alles nur Ablenkungsmänover, wie sich nun herausstellt. Die Opposition im Stadtrat zeigt sich nicht verwundert: „Wir sind eigentlich immer ahnungslos. Deshalb überrascht uns dieser Schritt nicht“, verkündet ein Stadtpolitiker, der namentlich nicht genannt werden will. Ein anderer bringt es noch gezielter auf den Punkt: „Ofneft? Nie gehört.“

Tatsächlich ist über die russische Firma Ofneft wenig bekannt. Insider wissen zumindest, dass es sich um einen Global Player auf dem heiß umkämpften Weltmarkt für Öfen handelt. Die scheidende OB sieht sich darum als Vermittlerin im Ost-West-Konflikt: „Ich werde mich auch nach meiner Amtszeit für das Wohl der Kreuznacher Bürger einsetzen, zumindest das einiger Bürger, zumindest das der Bürger, die Öfen verkaufen.“ Den Genossen treibt‘s bereits die Tränen in die Augen bei soviel Uneigennützigkeit.Nachdem auch Beigeordneter Bausch der Stadt den Rücken kehrt, wird es nun einsam um den allein im Stadthaus verbliebenen Bürgermeister Heinrich. Der kommentiert die Personalie nur knapp: „Das spart der Stadt Geld und ist darum ein Schritt in die richtige Richtung.“

Unklar ist noch, wie die Landesregierung so lange getäuscht werden konnte. Ministerpräsidentin Dreyer dementiert mittlerweile, dass es überhaupt jemals Wechselgerüchte gab. Ein Wechsel sei schon deshalb nicht in Betracht gekommen, weil es an einem geeigneten Nachfolger für das Amt des Kreuznacher Obetbürgermeisters fehle. „Wir wollten keinesfalls in Kreuznach eine neue Baustelle aufreißen“, beharrt Dreyer. Dieser Plan dürfte nun gründlich schief gegangen sein. Nicht nur Kornmarkt und Wassersümpfchen geben Zeugnis davon, wie viele Baustellen nach Kaster-Meurers Weggang offen bleiben.

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